Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Die Ö1 Jazznacht

06.00 Uhr
Nachrichten

06.05 Uhr
Guten Morgen Österreich

06:30 Uhr Nachrichten

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Niemand knetet uns wieder aus Erde und Lehm". Der Literaturkritiker und Übersetzer Cornelius Hell anlässlich des 100. Geburtstages von Paul Celan Als Paul Celan am 23. November 1920 in Czernowitz geboren wurde, gehörte die Stadt zu Rumänien, war aber noch ganz geprägt von der Donaumonarchie. Eine starke Rolle spielte das Judentum, dem auch Celan entstammte. Nachdem er mit 24 Jahren erfahren hatte, dass seine Eltern in einem Arbeitslager in der Ukraine ermordet worden waren, schrieb er die "Todesfuge" - eines der berühmtesten Gedichte des 20. Jahrhunderts und der erste Text über die Shoah. Immer wieder hat sich Paul Celan in seinen Gedichten auf biblische Texte bezogen. Er war kein gläubiger Jude, doch er wusste um die Nähe von Gedicht und Gebet - auch in seinem Gedicht "Tenebrae", wo er Jesus auffordert, zu den Ermordeten zu beten: "Bete, Herr, / bete zu uns, / wir sind nah." Nach der Shoah war die biblische Überlieferung für Celan ein "Leertext", aber ein "glühender Leertext", wie er in einem der nachgelassenen Gedichte schrieb.

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.55 Uhr
Schon gehört?

Die Ö1 Club-Sendung. Aktuelle Veranstaltungen und Angebote der Ö1 Kulturpartner.

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.10 Uhr
Ö1 heute

08.15 Uhr
Pasticcio

mit Chris Tina Tengel. Trecento nach der "reinen Lehre" - Ferruccio Busoni "nach Mozart" - Ermutigendes von Fernando Sor. Geht es um "Light Music" aus Großbritannien (tatsächlich: ein Genrebegriff!), fällt bald der Name Eric Coates. 16.000 Mal, so heißt es, wäre bei der BBC seine Signation zu einer Sendereihe mit Titel "Calling all workers" gelaufen, die Melodie wurde quasi nationales Erbe. Wie alle, bei denen man immer Kleines bestellt, zog es Eric Coates zu Größerem, mindestens symphonische Dichtungen nach Märchenstoffen sollten es sein. Immer, wenn er "bei seinem Leisten" blieb, waren seine Melodien unwiderstehlich.

08.55 Uhr
Heimspiel

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Hörbilder

"Love, to find beauty everywhere" Evelyn Brezinas Leben mit Glasknochen Feature von Isabelle Engels Eine Sendung zum "Purple Light Up Day" am 3. Dezember, dem Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung. Ein quirliges Mädchen, feuerroter Lockenkopf, Kleidchen, fröhlich und bewegungshungrig. Evelyn kommt am 1. Mai 1977 in Wien gesund zur Welt. Sie ist das lang ersehnte Wunschkind ihrer Eltern. Ein Brüderchen folgt drei Jahre später. Im Alter von fünf Jahren beginnt Evelyn immer öfter Schmerzen beim Gehen zu verspüren, mit sechs bricht sie sich durch ein kleines Missgeschick den Oberschenkel. Ein Bruch, der ihr Leben in ein Vorher/Nachher teilt. Etwa hundert weitere Brüche werden folgen. Evelyn hat Glasknochen, sie brechen schon bei geringsten Anlässen. Die Volkschulzeit ist geprägt von Wochen in Gips, komplizierten Operationen und schmerzhaften Gehversuchen auf Krücken, das Gymnasium und die Matura absolviert Evelyn bereits im Rollstuhl. Eine Erwerbstätigkeit war ihr nur kurze Zeit möglich. Schmerzen sind ihr täglicher Begleiter. Die Anfang 40-Jährige lebt in einer Gemeindewohnung zusammen mit einer 24-Stunden-Pflegerin, die ihr bei allen Dingen des täglichen Lebens hilft. "Das Tor zu Welt", meint Evelyn, "ist mein Handy". Sie telefoniert und chattet mit Menschen im In- und Ausland, über die Social Media Plattform Instagram teilt sie Fotos von Wiens Sehenswürdigkeiten aus ungewöhnlichen Perspektiven, sie entdeckt Attraktives im Unscheinbaren. "Love, to find beauty everywhere" und "Brittle bones, blogger, passionate photographer" - lautet die Kurzbeschreibung auf ihren Blogs. Isabelle Engels hat Evelyn Brezina mehrere Monate begleitet. Ton:Fridolin Stolz SprecherInnen: Rafael Schuchter, Birgit C. Krammer, Isabelle Engels Redaktion: Eva Roither

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Ö1 Klassik-Treffpunkt

Live aus dem Funkhaus in Wien. Gast: Winfried Ritsch. Präsentation: Elke Tschaikner Beim Festival Wien Modern wäre derzeit eine seiner vielen, zu klingender Realität gewordenen Ideen zu hören und zu sehen. In den Sälen des Reaktors im 17. Wiener Gemeindebezirk wird eine begehbare Klanginstallation für 222 modulierbare Orgelpfeifen und Sängerin von Winfried Ritsch erst im nächsten Jahr zu erleben sein. Geboren 1964 in Tirol, ist Winfried Ritsch Komponist, Medien- und Klangkünstler und Initiator von Medienkunstlabors oder Künstlerinitiativen wie FOND, TONTO und mur.at. Kompositionen, experimentelle Computermusik, Radiokunst, Performances, Installationen, Klangskulpturen, kybernetische Modelle, telematische Kunstprojekte, robotische Musikinstrumente: Bei Winfried Ritsch darf man stets auf innovative Konzepte an den Schnittstellen zwischen Forschung, Technik und Kunst gespannt sein, ist er doch Professor am weltweit renommierten IEM (Institut für elektronische Musik und Akustik) in Graz. Und heuer wurde Winfried Ritsch mit dem Andrzej-Dobrowolski-Kompositionspreis des Landes Steiermark ausgezeichnet. Kurz: Man könnte den vielseitigen Winfried Ritsch als einen Daniel Düsentrieb der zeitgenössischen Klangkunst bezeichnen, der beispielsweise am IEM während des Corona-Lockdowns einen virtuellen Proberaum für Musiker/innen entwickelt hat, der in Akustik und Dynamik einem realen Proberaum ähnelt, so dass trotz räumlicher Trennung mit Hilfe einer einfach zu handhabenden Software ohne Zeitverzögerung und in optimaler Tonqualität virtuell miteinander musiziert werden kann. Im "Klassik-Treffpunkt" wird Winfried Ritsch Einblicke in seine künstlerischen Welten geben und möglicherweise auch unerwartete Musik präsentieren. Auf seiner Musikliste finden sich jedenfalls Beispiele aus vielen Epochen und Stilen.

11.35 Uhr
rein-gehört

Der Ö1 Audioguide im Podcastformat. Gestaltung: Ulrike Leitner und Bernhard Eppensteiner

11.40 Uhr
help - das Ö1 Konsumentenmagazin

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

12.56 Uhr
Ö1 heute

13.00 Uhr
Le week-end

Mit Elke Tschaikner und Christian Scheib

14.00 Uhr
Ö1 Hörspiel

"Das Los der Irdischen". Von Julian Schutting. Mit Christa Schwertsik, Kurt Schwertsik, Katharina Stemberger, Sylvia Haider, Linde Prelog, Michael Dangl und Stefano Bernardin. Musik: Kurt Schwertsik. Ton: Anna Kuncio und Manuel Radinger. Regie: Renate Pittroff (ORF 2020) Julian Schutting spürt in diesem Hörspiel den Schicksalen alter Menschen nach, die mit der zunehmenden Schwäche ihrer körperlichen und geistigen Fähigkeiten konfrontiert sind. Regisseurin Renate Pittroff: "Die an Demenz erkrankten Frauen und Männer werden in Gesprächen gezeigt, die sie mit ihrem Umfeld, all den Pflegerinnen, Verwandten und Ehepartnern, die ihnen zur Seite stehen, führen. Julian Schutting breitet ein Panoptikum menschlicher Existenz aus, das durch einen zunehmenden Realitätsverlust geprägt ist. Er zeigt die Hilflosigkeit aller Beteiligten und fängt darüber hinaus die Komik, den Irrwitz und das Surreale dieser Situationen ein. Kurt Schwertsik steuert musikalische Piecen bei, die dieses sehr Wienerische Stück über das Leben und Sterben einer Generation begleiten". Julian Schutting: "Die einzige poetische Überhöhung ist der Titel meines Hörspiels. "Das Los der Irdischen? so nicht vor Troja gefallen" besagt nur, was jedes Kind weiß: Wer jung zu Tode kommt, dem werden Altersbeschwernisse vorenthalten. Das Ganze ein Bilderbogen, eine Folge in sich geschlossener Szenen, geringfügig verändert aus dem Leben gegriffen. Variationen des Themas: Was im Alter dem Gedächtnis, dem Raum- und Zeitsinn, der Selbstwahrnehmung, lebenslangen Bindungen zustoßen kann. Für Außenstehende oft poetisch-komisch Anmutendes, wie sehr das auch Angehörigen zusetzt ... "

15.00 Uhr
Nachrichten

15.05 Uhr
Apropos Klassik

mit Gerhard Krammer Geboren an einem 28. November - Lully, Ries und Rubinstein Am 28. November 1632 erblickte der später als Jean-Baptiste Lully gefeierte Giovanni Battista Lulli in der italienischen Provinz Toskana das Licht der Welt, und niemand konnte damals ahnen, dass der gebürtige Florentiner einer der wichtigsten Komponisten im barocken Frankreich werden sollte. Ludwig XIV. wurde sein Förderer und gleichzeitig Freund. Als Ferdinand Ries am 28. November 1784 in Bonn am Rhein zur Welt kommt, ließen die musikalischen Wurzeln seiner Familie bereits auf einen künstlerischen Weg schließen. Dass dieser den Pianisten und Komponisten quer durch ganz Europa führen sollte, ist heute kaum noch bekannt. Das kleine Dorf Ofatinti, heute Teil der Republik Moldau, war am 28. November 1829 Schauplatz der Geburt von Anton Rubinstein. Das Klavierwunderkind wurde Hauspianist der russischen Großherzogin Elena Pawlowna, erster Direktor des St. Peterburger Konservatoriums, künstlerischer Direktor der Gesellschaft der Musikfreunde Wien (1871-1872), und er ?erfand? historische Konzerte mit einer Länge von mehr als vier Stunden, wo er als Dirigent und Pianist künstlerisch bis zum Äußersten ging.

16.57 Uhr
Ö1 heute

17.00 Uhr
Nachrichten

17.05 Uhr
Diagonal

"Ich will ein Drama am Gaumen" - Diagonal zur Person: Yotam Ottolenghi, Koch. Anschl.: Diagonals Feiner Musiksalon: Eine multikulturelle Küche des Friedens hatte Yotam Ottolenghi im Visier, als er von Jerusalem über Amsterdam vor rund 20 Jahren nach London zog. Mittlerweile hat er mehr als sieben Millionen Kochbücher in 24 Ländern verkauft und führt in der britischen Hauptstadt sechs Restaurants. Seine Küche präsentiert sich weltoffen und setzt auf vegetarische Schwergewichte. Beeinflusst von der arabischen, israelischen, aber auch italienischen und französischen Küche, steht Ottolenghi für das glatte Gegenteil vom Purismus einer Spitzengastronomie. Der Ottolenghi-Style bemüht sich erst gar nicht um Michelin Sterne. Er ist der ideale Begleiter für die Generation "Wellness", die ihren Hang zum Vegetarismus und zum Hedonismus an einem Tisch mit Freunden gesund und familiär zelebrieren möchte. "Jerusalem" heißt der Kochbuch-Klassiker des israelisch-britischen Selfmademan. Er hat es vor acht Jahren mit dem palästinensischen Koch Sami Tamimi verfasst. Ihn hat er 1999 in einer Londoner Bäckerei kennengelernt. Die zwei Businesspartner illustrieren mit "Jerusalem", dass die gemeinsame Küche keine politischen Grenzen kennt. Die populäre Rezeptsammlung ziert fast durchgehend die Regale in den westlichen Bobo-Eigenheimen. Dort fungiert die jüdisch-arabische Küche nicht als Konfliktherd, sondern als kulinarischer Sinnstifter fernab von alteingesessenen territorialen Streitigkeiten. Ins Arabische und Hebräische übersetzt gibt es "Jerusalem" übrigens bis dato nicht. Anschließend Diagonals Feiner Musiksalon.

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Logos - Glauben und Zweifeln

"Beherzt entscheiden". In dieser Ausgabe von LOGOS werden die vielfältigen Aspekte kluger Entscheidungsprozesse vorgestellt Menschen leiden unter vielfältigen Entscheidungsängsten. Die Angst sitzt ihnen im Nacken, eine falsche Wahl zu treffen oder sie sind vom Zwang zum Perfektionismus blockiert. Andere wiederum wollen sich immer alle Optionen offenlassen und stagnieren auf ihrem Lebensweg, ohne sich für eine Richtung zu entscheiden. Oder sie schieben Entscheidungen ständig auf und sind gewissermaßen auf dem Beifahrersitz durchs Leben unterwegs. Andere wiederum wägen wichtige Entscheidungen wenig ab und marschieren gleichsam mit dem Kopf durch die Wand. Ängste haben immer etwas zu sagen, aber sie sollten bei der klugen Wahl nicht die Führung übernehmen. Das rät die Philosophin und Theologin Melanie Wolfers. Seit vielen Jahren berät die Ordensfrau und Noviziatsleiterin bei der Ordensgemeinschaft der Salvatorianerinnen in Wien junge Erwachsene in wichtigen Lebensentscheidungen. In ihrem jüngst erschienen Buch "Entscheide Dich und lebe!" schreibt sie: "Die Grundlage einer guten Entscheidung liegt darin, dass man seinen Begabungen und Grenzen, seiner Biografie und Persönlichkeit Rechnung trägt und die zeitlichen und kräftemäßigen Möglichkeiten berücksichtigt. Auf diese Weise vermeidet man eine permanente Über- oder Unterforderung und findet in die eigene Kraft und Lebendigkeit hinein." Zweitens braucht es ein tiefes Wissen, wofür Menschen leben wollen. Dazu gehört auch, dass eine Vorstellung von entsprechenden Lebenszielen und Werten entwickelt wird, an denen man sich orientieren kann. Die dritte Dimension betrifft den Entscheidungsraum, also die Realität der Welt, die den Spielraum dessen vorgibt, was möglich und was notwendig ist. Es gilt, eine Balance zu finden zwischen den Zielen, die der oder die Einzelne anstrebt, den persönlichen Begabungen und den Möglichkeiten, die sich anbieten. Ein gesunder Realismus bewahrt davor, Luftschlösser zu bauen und danach abzustürzen. Auf dem Weg zu einer klugen Wahl bei wichtigen Lebensentscheidungen braucht es angemessene Kriterien, um die verschiedenen Alternativen abwägen zu können. Und es stellen sich Fragen nach der ethischen Verantwortlichkeit, ob eine Entscheidung wert- und zielgerecht ist und ob sie den Beteiligten und der Sache gerecht wird. In dieser Ausgabe von LOGOS werden die vielfältigen Aspekte kluger Entscheidungsprozesse vorgestellt.

19.30 Uhr
Christian Jost: "Egmont"

Mit Edgaras Montvidas (Graf Egmont, Prinz von Gaure), Bo Skovhus (Herzog Alba), Maria Bengtsson (Clara), Angelika Kirchschlager (Margarete von Parma), Theresa Kronthaler (Ferdinand, Albas Sohn), Károly Szemerédy (Macchiavell) Arnold Schoenberg Chor, ORF Radio-Symphonieorchester Wien; Dirigent: Michael Boder (Ein Auftragswerk des Theaters an der Wien. Aufgenommen am 17. Februar 2020 im Theater an der Wien). Präsentation: Gerhard Krammer

22.00 Uhr
Nachrichten

22.05 Uhr
Nachtbilder - Poesie und Musik

"Talschluss mit Prachtblick." Von Mechthild Podzeit-Lütjen. Es liest Chris Pichler. Gestaltung: Nikolaus Scholz, Redaktion: Edith-Ulla Gasser

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Die Ö1 Jazznacht

Zum 50. Todestag von Albert Ayler: Fritz Ostermayer im Gespräch. Nate Wooleys "Battle Pieces" im Wiener Porgy Bess. Vor ziemlich genau 50 Jahren, am 25. November 1970, wird der Körper von Albert Ayler leblos im New Yorker East River gefunden. Mit ihm ist einer der bedeutendsten Wegbereiter des Free Jazz tragisch früh für immer von der Bühne abgetreten. In seinen nur 34 Lebensjahren öffnet der Saxofonist der Improvisation neue Türen. Aylers Spiel, das sich mehr an Sound und Klangflächen orientiert als an melodiösem oder harmonischem Denken, gilt als radikal und ungestüm. Alben wie "Spiritual Unity" und "The Hilversum Session" avancieren später zu Meilensteinen der Jazz-Avantgarde, zu Lebzeiten bleiben Albert Ayler Ruhm und Anerkennung weitestgehend verwehrt. Auf Betreiben John Coltranes nimmt 1965 das "Impulse!"-Label Ayler unter Vertrag, drängt ihn jedoch zur Kommerzialisierung seiner Musik: Umstrittene Alben mit Rhythm- -Blues-Material und poppigen Strukturen wie "New Grass" sind das Ergebnis. Xavier Plus bittet Journalist, Autor, FM4-Radiomacher sowie Schlager- und Albert-Ayler-Experte Fritz Ostermayer zum Gespräch über das zwischen Genie und Wahnsinn angesiedelte Schaffen des Saxofonisten, dabei werden auch sein oft so bezeichnetes "schwieriges Spätwerk" sowie einige Geheimtipps aus seiner Diskografie nicht ausgeklammert. Im Anschluss erklingt der Mitschnitt des Jeunesse-Konzerts von Trompeter Nate Wooley und seinem "Battle Pieces"-Projekt mit Ingrid Laubrock (Tenorsaxofon), Sylvie Courvoisier (Klavier) und Matt Moran (Vibrafon), aufgenommen am 29. Jänner 2016 im Wiener Porgy Bess. Gestaltung: Xavier Plus

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Die Ö1 Jazznacht

(Fortsetzung) Zum 50. Todestag von Albert Ayler: Fritz Ostermayer im Gespräch. Nate Wooleys "Battle Pieces" im Wiener Porgy Bess; 01:00, 03:00 und 05:00 Uhr Nachrichten Vor ziemlich genau 50 Jahren, am 25. November 1970, wird der Körper von Albert Ayler leblos im New Yorker East River gefunden. Mit ihm ist einer der bedeutendsten Wegbereiter des Free Jazz tragisch früh für immer von der Bühne abgetreten. In seinen nur 34 Lebensjahren öffnet der Saxofonist der Improvisation neue Türen. Aylers Spiel, das sich mehr an Sound und Klangflächen orientiert als an melodiösem oder harmonischem Denken, gilt als radikal und ungestüm. Alben wie "Spiritual Unity" und "The Hilversum Session" avancieren später zu Meilensteinen der Jazz-Avantgarde, zu Lebzeiten bleiben Albert Ayler Ruhm und Anerkennung weitestgehend verwehrt. Auf Betreiben John Coltranes nimmt 1965 das "Impulse!"-Label Ayler unter Vertrag, drängt ihn jedoch zur Kommerzialisierung seiner Musik: Umstrittene Alben mit Rhythm- -Blues-Material und poppigen Strukturen wie "New Grass" sind das Ergebnis. Xavier Plus bittet Journalist, Autor, FM4-Radiomacher sowie Schlager- und Albert-Ayler-Experte Fritz Ostermayer zum Gespräch über das zwischen Genie und Wahnsinn angesiedelte Schaffen des Saxofonisten, dabei werden auch sein oft so bezeichnetes "schwieriges Spätwerk" sowie einige Geheimtipps aus seiner Diskografie nicht ausgeklammert. Im Anschluss erklingt der Mitschnitt des Jeunesse-Konzerts von Trompeter Nate Wooley und seinem "Battle Pieces"-Projekt mit Ingrid Laubrock (Tenorsaxofon), Sylvie Courvoisier (Klavier) und Matt Moran (Vibrafon), aufgenommen am 29. Jänner 2016 im Wiener Porgy Bess. Gestaltung: Xavier Plus