Radioprogramm

Ö1

Jetzt läuft

Matinee

05.00 Uhr
Nachrichten

05.03 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.00 Uhr
Ö1 Frühjournal

06.10 Uhr
Guten Morgen Österreich

06.56 Uhr
Gedanken für den Tag

"Von Heimatlosigkeit und Erlösung". Anlässlich des 160. Geburtstages von Gustav Mahler erzählt die Journalistin und Ö1-Moderatorin Mirjam Jessa, wie der Komponist ihr Leben begleitet Vor 160 Jahren, am 7. Juli, wurde Gustav Mahler in Böhmen im kleinen Ort Kaliste geboren. Wollte man in seiner Familie eine Verbindung zur Musik finden, müsste man bis zu seinem Ururgroßvater zurückblättern: Abraham Jakob war nicht nur Gewürzhändler, sondern auch Kantor in der Synagoge. Der Nachname "Mahler", den er annahm, geht möglicherweise auf das Mahlen der Gewürze zurück. Gustav Mahlers Großeltern waren Schnapsbrenner und Seifensieder. Wer hätte bei seiner Geburt auch nur einen Kreuzer darauf verwettet, dass aus diesem Buben einer der bedeutendsten Komponisten würde? "Das hat mich als Jugendliche brennend interessiert, wie das sein kann und warum mir Mahlers Musik nicht nur unter die Haut ging, sondern mich in Tiefen erschütterte, die ich gar nicht kannte? Andererseits half sie mir auszuhalten, was schwer auszuhalten war", sagt die Musik-Journalistin und Ö1-Moderatorin Mirjam Jessa. Eines der bekanntesten Zitate von Mahler ist das der dreifachen Heimatlosigkeit. Er sei heimatlos als Böhme unter den Österreichern, als Österreicher unter den Deutschen und als Jude in der ganzen Welt. "Als ich das las - meine Klasse musste mein einstündiges Mahler-Referat über sich ergehen lassen - schien mir das der Schlüssel zu sein. Wir waren fremd in der Stadt und integrierten uns nie. Und vor allem waren wir kein "Wir". Keine Familie. Ich kenne außer meiner alleinerziehenden Mutter, selbst ein Adoptivkind, niemanden, mit dem ich verwandt bin, und war in dem Haus, in dem ich aufwuchs, nur geduldet. Ich wusste überhaupt nicht, wer ich eigentlich war, woher ich kam und fühlte mich mutterseelenallein, aber nicht gottverlassen. Letzteres hat mir geholfen. Und die Natur, Bücher. Und Mahler!" Manche Schallplatten habe sie immer und immer wieder gehört, erinnert sich Jessa: die 1. und 5. Symphonie oder die Rückert-Lieder mit Dietrich Fischer-Dieskau: "Ich bin der Welt abhandengekommen". Später habe es auch Phasen größerer Distanz zu Mahler gegeben, "aber dann, wenn man so langsam eine Ahnung davon bekommt, wer man ist und seinen Platz in der Welt findet, dann ist die Zeit reif für die eigentliche Auseinandersetzung mit seiner Musik und dem, was sie bedingt. Davon möchte ich erzählen."

07.00 Uhr
Ö1 Morgenjournal

mit Kultur aktuell

07.33 Uhr
Guten Morgen Österreich

07.52 Uhr
Leporello

08.00 Uhr
Ö1 Journal um acht

08.20 Uhr
Pasticcio

mit Hans Georg Nicklaus. "Nur der Berauschte ist wirklich weise" klingt es aus einem Lied Camille Saint-Saens', harmlos dagegen eine "rührende" Romanze von Johannes Brahms. Wie klingt etwas "so lustig wie möglich, doch mit leidenschaftlichem Anstand"? Kaum zu glauben, aber diese Überschrift findet sich bei Richard Wagner.

08.55 Uhr
Vom Leben der Natur

Christian und Lydia Kieslinger führen durch ihren Privatgarten in St.Pölten. Teil 2: Pflanzen für den trockenen Halbschatten Gestaltung: Ilse Huber Wenn man gärtnert, denkt man in erster Linie an Blütenpracht und Fruchternte - nicht unbedingt ans Klima. Sollte man aber. Denn was das Gärtnern mit dem Klima zu tun hat, zeigen fünf verschiedenen Schauplätze: Im oberösterreichischen Vöcklabruck schildert Sonja Pickhardt-Kröpfel vom Gemeinschaftsgarten "Subkultur", wie essbare Pflanzen und fruchttragende Bäume die Klimabilanz verbessern. In St.Pölten erzählen Christian und Lydia Kieslinger über geeignete Pflanzen in einem trockenen und schattigen Standort. Elke Zach aus Tirol ist von der klimaverbessernden Wirkung von Schwarzerde, die mit Pflanzenkohle hergestellt wird, überzeugt. Heidi Strobl aus dem Weinviertel macht sich Gedanken über Pflanzen, die trockene und heiße Bedingungen gut vertragen. Und Ingeborg Hirsch und Hildegard Burgstaller retten in Wien Pflanzen vor dem Müll.

09.00 Uhr
Nachrichten

09.05 Uhr
Radiokolleg - Träume

Geheime Welt im Schlaf (2). Gestaltung: Katrin Mackowski Die Wissenschaft vom Traum erlebt eine Renaissance. Traumaktivität teilen wir mit vielen Säugetieren; mit Kühen, Hunden, sogar mit Meerschweinchen. Nachts offenbart sich unsere biologische, tierische Seite, die sich mit der kulturellen und sozialen unseres Geisteslebens vermischt. Neurobiologische und psychoanalytische Forschung, aber auch die funktionelle Bildgebung, ermöglichen heute einen umfassenden Blick auf den nächtlichen Traum als ein überlebensnotwendiges Phänomen. *Träume sind existentiell* Warum? Weil der Traum zu unserer psychischen und körperlichen Gesundheit beiträgt, vor allem dann, wenn wir emotional bewegt sind, Lustvolles erleben oder auch wie gerade jetzt, in der Zeit der Corona-Krise, Angst haben. Schon Sigmund Freud wusste, dass der Traum der "Hüter unseres Schlafes" ist. Entscheidend ist, ob und wie wir das Erlebte verdauen und emotional verarbeiten können. Träume zeigen also, wie gut wir psychisch funktionieren. *Was passiert, wenn wir träumen?* Neurologen, Biologen und Psychoanalytiker sind sich darüber einig, dass unser Gehirn im Schlaf in einem "ursprünglicheren" Zustand ist als tagsüber. Genau darum sind Träume so verschlüsselt, auch wenn es universelle, scheinbar schlichte Träume vom Fliegen, Fallen oder Nacktsein gibt, die wir über diverse Ethnien hinaus, miteinander teilen. Sigmund Freud schrieb bereits 1899, dass die Traumdeutung der "Königsweg zum Unbewussten" ist. Dabei entzauberte er den Traum, zergliederte seine Struktur und beschrieb die Mechanismen von Verdichtung, Verschiebung und Entstellung. Aber was ist dieses Unbewusste, das sich im Traum, und vor allem in der Traumarbeit der Psychoanalyse zeigt? Der Traum eröffnet Einblicke in eine archaische, primitive Welt; das Denken und Fühlen in Bildern, in Ereignissen oder Szenen, die Sprache und Vernunft übertrumpfen. Psychoanalytiker sprechen vom primärprozesshaftem Erleben; ein Erleben, das Urmenschen und Kleinkinder teilen. Beide können zwischen Vorstellen und Handeln, Wunsch und Wirklichkeit, Illusion und Realität, nicht differenziert unterscheiden. *Träumen wir auch dann, wenn wir wach sind?* Der Traum, das wissen Traumforscher, ist ein psychotischer Zustand, der während des Schlafs auftritt. Er ist eine komplexe halluzinatorische Erzählung oder Szene mit oft wahnhaften Merkmalen. Doch tatsächlich zeigen sich Elemente dieser Verrücktheit auch im Wachzustand. In Versprechern, Fantasien, Kreativität, in unbewussten Wünschen und Gefühlen, in Trancen oder unseren Tagträumen. Träume sind also keine magischen Botschaften oder Weissagungen, wie sie die Kulturgeschichte so schillernd erzählt, aber das magische Denken kann uns in jedem Alter beflügeln und zeigt sich in unseren Träumen als infantile, archaische Welt.

09.30 Uhr
Radiokolleg - Kunst im Schatten der islamischen Zensur

Reflexionen über den Iran in Film und Literatur (2). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Bei der Berlinale 2020 ging der Goldene Bär an den iranischen Regisseur Mohammed Rasoulof. Er wurde für seinen Film "Es gibt kein Böses" ausgezeichnet, in dem er sich mit der Todesstrafe in seiner Heimat auseinandersetzt. Rasoulof konnte den Preis nicht persönlich entgegennehmen, eine Ausreise aus dem Iran wurde ihm verwehrt. Zugleich wurde ihm eine Haftstrafe angedroht. Den Goldenen Bären gewann bereits 2011 der Iraner Ashgar Panahi mit seinem Film "Nader und Simin: Eine Trennung". Und das sind nur zwei von zahlreichen internationalen Preisen, die iranischen Regisseuren in den vergangenen Jahrzehnten verliehen wurden. Iranische Filme und Bücher stoßen in vielen Teilen der Welt auf reges Interesse. Dabei kann man in Übersetzungen in westliche Sprachen oft lesen, was im Iran in persischer Sprache nicht veröffentlicht werden darf. Die Revolution von 1979, das Islamische Regime und die strenge Zensur bilden den Hintergrund, vor dem sich das Leben abspielt. Iranische Kunstschaffende streben häufig danach, die Grenzen auszuloten und ein wenig auszudehnen. In ihren Werken verarbeiten sie eine große Vielfalt an Themen: die soziale Ungleichheit, Umweltfragen, die Lage der Frauen, zwischenmenschliche Beziehungen, Scheidung, Autoritätskritik, Träume von einem anderen Leben, Emigration und Exil, Alltagssorgen und Alltagskuriositäten. Filmemacher/innen und Autor/innen können in ihrer Bildersprache auf die Jahrtausende alte persische Kultur ebenso rekurrieren wie auf große internationale Traditionen.

09.45 Uhr
Radiokolleg - Das neue Heiße

Was ist "Young" am Jazz in Österreich? (2). Gestaltung: Hans Groiss und Studierende Jazz ist eine Idee: Ideen bleiben zeitgemäß, wenn sie ihren Kerngedanken beibehalten, von ihren Traditionen und Ahnen nicht aufgehalten werden und sich weiterentwickeln können. Das Konzept von Jazz ist es, im Moment Gefühle musikalisch auszudrücken: Manchmal über einen komponierten Rahmen, manchmal bezogen auf das Gegenwärtige im Raum und häufig mit entfesselter Leidenschaft. Und: Jazz ist ursprünglich eine Musik der Minderheiten und auch eine Form der Volksmusik. Eine der ersten Jazzaufnahmen wurde im Februar 1917 von der Original Dixieland-Jazz Band in New York eingespielt und am 7. März als Platte veröffentlicht. Louis Armstrong war damals begeistert. Über den Atlantik eingeflogen, stand der US-amerikanische Musikexport im Zwischenkriegs-Europa für Ausgelassenheit: Josephine Baker und ihr Bananenröckchen beispielsweise entflammte Berliner Clubs. Image, Improvisation und Inszenierung hatte auch für die "Schlurfs" aus der Swing-Jugend Bedeutung: bunte Klamotten, auffällige Frisuren und ein eigener Lebensstil definierten ihren Widerstand gegen das NS-Regime. Im Österreich der Nachkriegszeit hatten Caterina Valente und Peter Alexander ein großes kommerzielles Publikum - abseits davon entwickelten sich Nischen bis heute, und erhielten sich vielerorts jung. Aber ist der Jazz für immer jung und welche Instrumente werden in der Gegenwart verwendet? Welche Einflüsse von anderen Genres wie etwa Hip-Hop, Techno oder Electro wirken in gegenwärtige Produktionen und wie können junge Jazzmusiker/innen aus Österreich von ihrer Musik leben? Wer online gut vertreten ist, wird eher wahrgenommen. Die eigene Homepage, Socialmedia und Musikvideos sind für Einpersonenunternehmen - und das sind die meisten Jazzer/innen - Standard. Die Session, also das Aufeinandertreffen von Musiker/innen die ihre Technik perfekt beherrschen und in gewissen Mustern frei improvisieren, hat nach wie einen hohen Stellenwert. Gemeinsames Improvisieren ist musikalische Kommunikation, Frage und Antwort-Spiel, sowie Zusammenklang und Battle, also Wettstreit. Wie in vielen anderen Bereichen des Lebens sind Frauen im Jazz unterrepräsentiert und das Schaffen von Jazzer/innen ist weniger gut dokumentiert. Wieso werden Frauen hauptsächlich als Sängerinnen erfolgreich und gibt es in der Genderfrage Gegenströmungen in Österreichs "Szene"? Schafft es der junge Jazz hierzulande das Feuer der ursprünglichen Ideen am Lodern zu halten? Jazz kann nicht neu erfunden werden, aber mit anderen Genres und untypischen Sounds bzw. Zugängen kombiniert, entsteht etwas Neues: im Kern hat Jazz immer ein neues Gesicht, behaupten zumindest Hans Groiss und Studierende der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien in dieser Musikviertelstunde. Schauen wir, ob die These hält.

09.57 Uhr
Ö1 heute

10.00 Uhr
Nachrichten

10.05 Uhr
Anklang

Mit Robert Fontane. Helen Donath zum 80. Geburtstag Ausschnitte aus Werken von Wolfgang Amadeus Mozart, Giuseppe Verdi, Richard Wagner u.a. Kaum ein anderer Film hat in den 1950er Jahren mehr Menschen für die Oper begeistert, als "The Great Caruso" mit Mario Lanza in der Titelrolle. Auch ein kleines Mädchen aus dem US-Bundesstaat Texas ist von diesem Streifen nicht unberührt geblieben, hat daraus sogar ihre Liebe zum Musiktheater und zum Gesang entwickelt. Dass dieser Film am 31. Jänner 1991, dem Tag ihres MET-Debuts, dann auch im US-Fernsehen gezeigt wurde, hat Helen Donath zu Recht als gutes Omen verstanden: Das New Yorker Publikum hat die Sopranistin ebenso herzlich willkommen geheißen wie einst die Opernfans in Europa, denen Helen Donath zu dieser Zeit schon längst ein Begriff war. Denn dort hat sie bereits zwei Dekaden zuvor die Musikwelt als Eva in Herbert von Karajans legendärer Schallplattenaufnahme der "Meistersinger von Nürnberg" sozusagen "scheibchenweise" erobert. Zahlreiche Platten- und CD-Aufnahmen säumen den Erfolgsweg, der Helen Donath an die wichtigsten internationalen Opern- und Konzerthäuser geführt hat.

11.00 Uhr
Nachrichten

11.05 Uhr
Radiogeschichten

Ö1 Botanicum: "Saßen auf goldenen Stufen ..." von Tatjana Tolstaja. Aus dem Russischen von Sylvia List. Es liest Irina Wanka. Die Kinder streifen durch das üppige Paradies der zaunlosen Gärten, wo die Datschen-Nachbarin Veronika Wikentjewna - eine "gewaltige weißhäutige Schönheit" - über ihre Erdbeeren und Einmachgläser herrscht und sich ihr Mann, der schmächtige Onkel Pascha, ins Land der verlorenen Jugend träumt. Ein Hühnerei, verkauft und weiterverschenkt, sorgt für ein Zerwürfnis. Die Wechselfälle nachbarlicher Beziehungen, eingearbeitet in die Magie russischer Kindheitssommer. Ein poetischer Erinnerungstext der Urgroßnichte des großen Lew. Tatjana Tolstaja, geboren 1951 in Leningrad (St. Petersburg), studierte Altphilologin, fuhr gleich mit ihrem ersten Erzählband 1987 einen großen literarischen Erfolg ein, der sie zu einer der bekanntesten Schriftstellerinnen der Perestroika-Sowjetunion machte. Bekannt ist sie in Russland auch durch die Talkshow "Schule des Lästerns", die sie 2002 bis 2014 moderierte. Im deutschsprachigen Raum wurde ihr postapokalyptischer anti-utopischer Roman "Kys" zum Bestseller. Gestaltung: Gudrun Hamböck

11.25 Uhr
nach-gehört

Edition Ö1 Michael Heltau Gestaltung: Stephan Pokorny Burgtheater-Doyen, Chansonnier, Entertainer: Für Ö1 hat Heltau nicht nur in zahllosen Hörspielen mitgewirkt, er zählt auch zu den meistbeschäftigten Sprechern. Mit seinem leisen, unangestrengten, sehr persönlichen Stil erreicht er eine unnachahmliche Intensität. Einige dieser Hörfunkproduktionen sind auch als Ö1-CD erschienen und werden in dieser Sendung vorgestellt: Joseph Roths "Kapuzinergruft", Stefan Zweigs "Schachnovelle" sowie "Die Welt von Gestern" und Felix Saltens Roman "Florian, das Pferd des Kaisers".

11.30 Uhr
Des Cis

mit Helene Breisach. Der Pianist Christopher Park spielt Brahms, Schubert und Liszt. "Der Pianist Christopher Park begeistert mit einer faszinierenden technischen Souveränität, einer unglaublichen musikalischen Reife und einer besonders intensiven Spielkultur" - mit dieser Begründung in schönstem Jury-Deutsch wurde Christopher Park 2014 der Leonard Bernstein Award beim Schleswig Holstein Musik Festival verliehen. Im selben Jahr entstand eine Aufnahme der Wanderer-Fantasie von Franz Schubert in der Transkription für Klavier und Orchester von Franz Liszt - gemeinsam mit dem NDR Elbphilharmonieorchester unter Christoph Eschenbach. Mittlerweile ist Christopher Park auch hierzulande kein unbeschriebenes Blatt mehr: So musizierte er als Kammermusiker mit dem Küchl Quartett, als Solist mit den Wiener Symphonikern und war im Wiener Konzerthaus mit einem Solo-Recital zu erleben. Das österreichische Label Capriccio hat nun eine sorgfältige Auswahl von Aufnahmen mit Christopher Park veröffentlicht. Darauf enthalten ist die genannte Wanderer-Fantasie sowie Soloaufnahmen aus den Folgejahren. Eine elegante Zusammenstellung von Musik der Romantik - und zugleich ein aussagekräftiges Porträt des Pianisten, dessen kraftvolles Spiel technische Perfektion mit musikalischer Sensibilität verbindet.

11.57 Uhr
Ö1 heute

12.00 Uhr
Ö1 Mittagsjournal

mit Nachrichten in englischer Sprache

13.00 Uhr
Punkt eins

13.55 Uhr
Wissen aktuell

14.00 Uhr
Nachrichten

14.05 Uhr
Das Ö1 Konzert

Michael Schöch, Klavier. Robert Schumann: a) Variationen über ein eigenes Thema Es-Dur WoO 24, "Geistervariationen"; b) Gesänge der Frühe op. 133; c) Humoreske B-Dur op. 20 * Alexander Skrjabin: a) Sonate Nr. 6 op. 62; b) Sonate Nr. 9 op. 68, "Schwarze Messe" (aufgenommen am 20. Mai im Congress Innsbruck). Präsentation: Patrizia Jilg

15.30 Uhr
Moment

Idyllisch, aber unter sich. Hintersee - der Ort am Ende der Straße In der Gemeinde Hintersee im Salzburger Flachgau leben 450 Menschen. Hier endet die Straße. Die Ortschaft ist überschaubar und idyllisch. Zuzug findet kaum statt, Baugründe wollen Landwirte und Gemeinde nicht verkaufen, man fürchtet um die Existenz der Bauern. Arbeitsplätze bietet Hintersee wenige, man muss auspendeln in die 30 Kilometer entfernte Landeshauptstadt. Öffentliche Verkehrsverbindungen sind außerhalb der Schulzeit mangelhaft, an Wochenenden im Sommer kommt der erste Bus um 9 Uhr an, der dritte und letzte verlässt das Dorf um 16 Uhr. Eine Reportage über ein beschauliches Leben am Ende der Straße. Gestaltung: Lukas Tremetsberger

15.55 Uhr
Rudi! Der rasende Radiohund

Mähboote auf der Donau Rudi und Tonmeister haben Fotos von rasenmähenden Booten auf der alten Donau gesehen. Rudi behauptet, dass diese Boote sicher das Wasser mähen. Der Tonmeister hält das für Blödsinn. Er glaubt, dass sie Wasserpflanzen schneiden. Tonmeister will dem Radiohund beweisen, dass er Recht hat und fährt mit Thomas Kozuh-Schneeberger von der Magistratsabteilung 45 - Wiener Gewässer zu den Mähbooten im 22. Wiener Gemeindebezirk. Thomas Kozuh-Schneeberger, MA 45 Wiener Gewässer: "Es gibt Boote, die mähen auf der alten Donau. Aber sie mähen nicht das Wasser, sondern die Wasserpflanzen. Die Wasserpflanzen sind ein wichtiger Bestandteil des Gewässers, weil sie für die gute Wasserqualität verantwortlich sind. Und weil die Wasserqualität in der alten Donau so gut ist, deshalb fühlen sich die Wasserpflanzen sehr wohl und wachsen und wachsen..."

16.00 Uhr
Nachrichten

16.05 Uhr
Tonspuren

"Herkunft ist nicht wichtig". Wilfried N'Sonde - Autor, Chansonnier und Einwanderer. Feature von Ursula Scheidle Welche Reise dauert länger? Als Fünfjähriger mit den Eltern vom Kongo auszuwandern, um in den Banlieues von Paris zu leben, oder mit 18 Jahren als Jugendlicher der Pariser Vorstadt mit der U-Bahn ins Zentrum zu fahren, um an der Sorbonne zu studieren? Wilfried N'Sonde hat beide Reisen gemacht, und er erzählt davon, als Autor und als Chansonnier. Er wird 1968 in Brazzaville im Kongo geboren. Im Alter von fünf Jahren kommt er nach Paris, wo sein Vater, ein Künstler, ein Stipendium bekommen hatte. Die Familie bleibt dort. Wilfried wächst in den Pariser Vorstädten auf, studiert später an der Sorbonne Politologie, danach lebt er 25 Jahre lang in Berlin, ehe er in die französische Hauptstadt zurück kehrte. Für sein Romandebüt "Das Herz der Leopardenkinder" (erschienen 2007 zunächst in Frankreich, 2008 ins Deutsche übersetzt) erhielt er unter anderen Preisen den "Prix Senghor de la Création Littéraire". N'Sonde erzählt in dieser Geschichte von den verzweifelten Versuchen junger Einwanderer in Paris, in der französischen Gesellschaft anzukommen. "Als Selbstgespräch von schonungsloser Radikalität und betörender Musikalität, dessen stakkatohafter Rhythmus an Rapsongs erinnert", lobte die FAZ das Buch. N'Sonde gibt als französisch-kongolesischer Autor und Chansonnier den Kindern seiner Emigrantengeneration eine neue Stimme. Er führt seine Zuhörer/innen zielsicher und poetisch durch die komplexen Lebensstrukturen und Probleme einer Generation, die zerrissen zwischen zwei Kulturen auf der Suche nach ihrer Identität ist.

16.45 Uhr
Das Ö1 Musiklexikon

Redaktion: Irene Suchy

16.55 Uhr
Digital.Leben

17.00 Uhr
Ö1 Journal um fünf

17.09 Uhr
Kulturjournal

17.25 Uhr
Das Objekt der Begierde

Ein Sommer voller Museen in Österreich 1 Dom Museum Wien 1933 wurde das heutige Dommuseum Wien als "Erzbischöfliches Dom- und Diözesanmuseum" gegründet, 2012-2017 ließ man die Ausstellungsräume im Zwettlerhof gleich neben dem Stephansdom von Architekt Boris Podrecca umbauen und die Sammlung neu ausrichten. Das "Objekt der Begierde" steht sinnbildlich für diesen neuen Weg und befindet sich in einer Vitrine. Direktorin Johanna Schwanberg: "Im Zentrum ist eine wunderbare Barockmonstranz, eine `Wurzel-Jesse-Monstranz`, und im Hintergrund sieht man feine Zeichnungen, auch einen Sockel aus Holz, der bezeichnet ist. Das ist eine Arbeit der Gegenwartskünstlerin Iris Andraschek, die sich mit diesem Objekt, mit seiner Geschichte, mit dem Restaurier-Bericht befasst hat, es im zerlegten Zustand gezeichnet hat und Fragen aus der Gegenwart auf dieses barocke Sakralobjekt richtet." In der Tradition von Monsignore Otto Mauer - der als Domprediger, Seelsorger, Priester, Galerist und Kunstkritiker die Gegenpole Kirche und Gegenwartskunst zu verbinden suchte - steht das Dommuseum auch heute. Der alljährlich an junge in Österreich lebende Künstlerinnen und Künstler verliehene Otto-Mauer-Preis bedingt den Ankauf zeitgenössischer Arbeiten und garantiert die ständige Erweiterung der Sammlung des Museums, so Johanna Schwanberg, "und das finde ich so wichtig für ein Museum aber auch für andere Orte in der Gesellschaft, dass sie eben diese Trennungen überbrücken. Zwischen Religionen, zwischen Gesellschaftsschichten, aber auch zwischen Interessen in Bezug auf Kunst." +++ Dom Museum Wien Stephansplatz 6, 1010 Wien Objekt: Wurzel-Jesse-Monstranz (um 1630) mit Zeichnung von Iris Andraschek (2017)

17.30 Uhr
Spielräume

Musik aus allen Richtungen mit Albert Hosp. Stimmen für verlorene Worte und Wesen "Spell Songs" versammelt Musiker/innen aus den unterschiedlichsten Stilbereichen, von der Sängerin Julie Fowlis bis zum Kora-Spieler Seckou Keita. Das Album bezieht sich auf den Bestseller von Robert MacFarlane and Jackie Morris. "Lost Words", veröffentlicht 2017, verbindet Zaubersprüche und Kinderreime mit herrlichen Illustrationen. Der Anlass für das Buch war allerdings unerfreulich: Aus einem in britischen Schulen weithin verwendeten Wörterbuch für Kinder waren einige Begriffe gestrichen worden: Vogelnamen, Bezeichnungen für Bäume und andere Pflanzen. Aus einigen dieser "verlorenen Worte" machten die AutorInnen Zaubersprüche, Gedichte, Akronyme. Die Musik auf "Spell Songs" versteht sich als "a chance to sing nature back to life".

17.55 Uhr
Betrifft: Geschichte

Zur Geschichte des Gebärens. Mit Barbara Maier, Vorständin der Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe des Wilhelminenspitals des KAV. Gestaltung: Isabelle Engels Bis in die Neuzeit hinein war die Geburtshilfe eine reine Frauensache. Schwangere und Gebärende wurde von erfahrenen Hebammen unterstützt. Diese waren angesehene Frauen, deren Wissen mündlich tradiert wurde. Im ausgehenden 18. Jahrhundert entwickelte sich die moderne technisierte Medizin. Diese Entwicklung machte auch vor der Frauenheilkunde nicht halt. In vielen Städten wurden Gebär- bzw. "Accouchierhäuser" errichtet, wo auch ledige Frauen ihre Kinder zur Welt bringen durften - ohne Strafe, allerdings unter der Bedingung, sich durch männliche Ärzte und Studenten untersuchen zu lassen. Erste geburtshilfliche Instrumente wurden an diesen Frauen erprobt. Eine wesentliche chirurgische Erfindung dieser Zeit war der Kaiserschnitt, der im Notfall das Leben des Kindes retten konnte, jedoch für viele Gebärende den Tod bedeutete. Eine der Hauptursachen für die hohe Sterblichkeitsrate der Wöchnerinnen war bis ins 19. Jahrhundert hinein das sogenannte Kindbettfieber. Erst der Wiener Arzt Ignaz Semmelweis brachte dies in Verbindung mit der mangelhaften Desinfektion der Hände der behandelnden Ärzte. Im 20. Jahrhundert kam es einerseits zu einer weitere Medikalisierung und Hospitalisierung des Geburtsgeschehens, andererseits zu Gegenbewegungen hin zu mehr Selbstbestimmung werdenden Mütter.

18.00 Uhr
Ö1 Abendjournal

18.25 Uhr
Journal-Panorama

Anforderungen an den Denkmalschutz im 21. Jahrhundert Gestaltung: Uschi Mürling-Darrer Was bedeutet Denkmalschutz heutzutage? Geht es darum, das zu bewahren, an das wir uns erinnern sollen? Oder ist es die Befürchtung, ein Stück Identität zu verlieren, wenn Relikte vergangener Epochen nicht mehr existieren? Nach dem Ersten Weltkrieg wollte man mit einem Ausfuhrverbot von Kunstgegenständen vermeiden, dass die hungernde Bevölkerung Kulturgüter verscherbelt. Daraus entstand 1923 das erste Denkmalschutzgesetz, auf das unser jetziges noch immer aufbaut - freilich nicht ohne einige Male novelliert zu werden. So wurde etwa klargestellt, dass es keine Erhaltungs- oder Instandsetzungspflicht gibt. Für Kritiker ist damit der Denkmalschutz in Österreich ein schwaches, wenn nicht gar zahnloses Gesetz. Immer wieder sei man auf Bürgerinitiativen oder Medien angewiesen, um Denkmalschutz durchzusetzen, sagen Kritiker. Hinzu kommen neue Anforderungen und Herausforderungen, die sich zum Beispiel durch die Vergangenheitsbewältigung ergeben, Stichwort Hitler-Geburtshaus. Oder, dass es auch in denkmalgeschützten Bauten inzwischen den Anspruch auf Barrierefreiheit gibt und man Gebäude für eine sinnvolle Nutzung modernisieren muss.

18.55 Uhr
Religion aktuell

19.00 Uhr
Nachrichten

19.05 Uhr
Dimensionen

Sommerreprisen: Tier x vier Herdenschutz in Österreich Von Sonja Bettel Wolf, Bär und Luchs breiten sich in Europa wieder aus. In vielen Ländern haben die Menschen jedoch verlernt, mit diesen großen Beutegreifern zu leben. Deshalb geht die Angst um und verbreiten sich Missverständnisse, auch in Österreich. Wölfe, wird befürchtet, könnten hierzulande die Alpung von Schafen, Ziegen und Rindern bedrohen und den Tourismus in Gefahr bringen. Die Zauberformel lautet: Herdenschutz. Elektrozäune, spezielle Herdenschutzhunde oder auch Lamas sollen die Räuber abschrecken. Erste Pilotprojekte laufen bereits. Und ein neues Zentrum für Beutegreifer in Österreich soll Lösungen entwickeln, zwischen unterschiedlichen Interessen vermitteln und die Forschung vorantreiben.

19.30 Uhr
Das Ö1 Konzert

Bamberger Symphoniker, Dirigent: Jakub Hrusa; Joshua Bell, Violine. Antonin Dvorak: a) Konzert für Violine und Orchester a-Moll op. 53; b) Zugabe: Cavatina aus dem Terzett für zwei Violinen und Viola op. 75a * Bedrich Smetana: a) "Má vlast" (Mein Vaterland); b) Zugaben: Polka und Furiant aus der Oper die "Verkaufte Braut" (aufgenommen am 20. Juli 2019 in der Royal Albert Hall in London im Rahmen der "Proms 2019"). Präsentation: Gerhard Hafner

21.45 Uhr
Salon Funk

Der ORF Kulturpodcast mit Clarissa Stadler und Christine Scheucher. Eine Kooperation von ORF TV Kultur und Ö1 Großmeister der Serie Mit "4 Blocks" tauchte der österreichische Regisseur Marvin Kren in das arabische Clan-Milieu Berlin-Neuköllns ein und traf damit einen Nerv der Zeit. In Deutschland wurde die Serie, die das Leben moderner Asphalt-Cowboys facettenreich ins Licht rückt, Kult und unter anderem mit dem Grimme-Preis ausgezeichnet. Mit der Mystery-Serie "Freud" realisierte Kren das erste gemeinsame Projekt von ORF und Netflix und inszenierte eine unheimliche Reise ins Unbewusste einer untergegangenen Welt. Die Serie ist für Kren jenes Format, in dem er die Opulenz der Fantasie voll ausleben kann. Doch für die Zukunft schließt er auch die Arbeit fürs Kino nicht aus. Den Kultur-Neustart begleiten wir mit einem neuen Podcast-Format. In lockerer Atmosphäre besprechen Clarissa Stadler und Christine Scheucher mit einem Gast, was die Kulturwelt in diesem Sommer umtreibt. Eine Kooperation von ORF TV-Kultur und Ö1

22.00 Uhr
Ö1 Nachtjournal

22.08 Uhr
Radiokolleg

Träume. Geheime Welt im Schlaf (2). Gestaltung: Katrin Mackowski Kunst im Schatten der islamischen Zensur. Reflexionen über den Iran in Film und Literatur (2). Gestaltung: Brigitte Voykowitsch Das neue Heiße. Was ist "Young" am Jazz in Österreich? (2). Gestaltung: Hans Groiss und Studierende

23.00 Uhr
Nachrichten

23.03 Uhr
Zeit-Ton

Drei Komponistinnen im Jeunesse-Porträt. Elisabeth Harnik, Marina Poleukhina und Rojin Sharafi In der Jubiläumssaison der Jeunesse wurde für "Fast Foreward" ein Sonderformat seiner gemeinsam mit dem ORF durchgeführten Komponist/innen-Porträts im ORF RadioKulturhaus konzipiert: Im Zentrum der Höraufmerksamkeit stehen diesmal drei Komponistinnen, die nicht nur mit eigenen Werken sondern auch als Performerinnen und Improvisatorinnen zu hören sein werden. Gleichzeitig treffen auch drei Musikkulturen aufeinander: Elisabeth Harnik (*1970) aus Graz, die gebürtige Russin Marina Poleukhina (*1989) und die iranische, seit ihrem 17. Lebensjahr in Wien lebende Musikerin und Komponistin Rojin Sharafi (*1995). Letztere lässt mit einer elektroakustischen Soloperformance und einem Auftragswerk für das Ensemble Schallfeld in die Zukunft blicken. Dieses ursprünglich für 31. März 2020 angesetzte Konzert wurde von Ö1 am 20. Mai im RadioKulturhaus aufgezeichnet - unter strengen Sicherheitsmaßahmen und den Vorgaben entsprechend ohne Publikum. Gestaltung: Andreas Maurer

00.00 Uhr
Nachrichten

00.05 Uhr
Anklang

(Wiederholung von 10:05 Uhr).

01.00 Uhr
Nachrichten

01.03 Uhr
Die Ö1 Klassiknacht

Präsentation und Musikauswahl: Gerhard Hafner dazw. 03:00 Uhr Nachrichten